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Tagebuch zum Brasilienaufenthalt:
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05.11.02 |
So- nun habe ich es also getan.
Nachdem ich mühevoll meine Haare innerhalb von 8 Monaten auf eine
Länge brachte, dass ich, bewaffnet mit einem Haargummi, mich zu
einem Samurai wandeln konnte, habe ich sie letzten Sonntag
kurzerhand - gekürzt. Ich musste tags zuvor an meinem Spiegelbild
feststellen, dass ich anscheinend das Alter bereits überschritten
hatte, in welchem mich eine Langhaarfrisur noch hatte wie einen
Sunnyboy aussehen lassen. Wie auch immer, ich hatte einfach keine
Lust mehr auf so viel Haar und schwupps machte mein Langhaarrasierer
kurzen Prozess mit ihnen. Nun verschönert also eine Militärfrisur
meine Silhouette. So schnell geht das. Während ich noch in den
vergangenen Monaten bei der Arbeit immer als Samurai bezeichnet
wurde, durfte ich mir heute bereits die Frage anhören, ob ich denn
beim brasilianischen Militär gelandet sei. In meinem ganzen kurzen
Leben, habe ich es bisher noch nie erlebt, wie eine Frisur eines
Mannes, so viele Menschen beschäftigen kann. In Brasilien gibt es
für Männer eben nur eine Einheitsfrisur. Ich kann sie sogar schon
exakt beschreiben. Im Alter zwischen 12 - 30 Jahren, sind die Haare
2- 4 cm lang. Abends mit etwas Gel verziert. Zwischen 30 und 50
Jahren sind die Haare 3-6 cm lang und der Nacken ist etwas kürzer
ausrasiert. Selbst Abends - kein Gel. Über 50 sind die Haare
eigentlich wie mit 40, nur sind die Geheimratsecken etwas
ausgeprägter, oder - ja oder - man hat einfach gar keine Haare mehr.
Ist man jedoch eine Berühmtheit wie Ronaldo, darf man sich auch eine
individuelle Frisur leisten. Aber selbst die
RonaldoIstBeimWeltcup-Frisur ging angeblich tagelang durch die
Presse. Nun muss ich mir innerhalb der nächsten 2 Monate aber
unbedingt wieder etwas einfallen lassen, damit ich meinen
Arbeitskollegen auch wieder etwas Gesprächsstoff verschaffen kann.
Aber ich erinnere mich da bereits an etwas, was mich bereits in Neu
Seeland verzierte... |
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11.11.02 |
NARRI - NARRO.
Es lebe die Närrische Zeit. Ich werde hier langsam wirklich
närrisch, da ich absolut keine Ahnung habe, wie ich den zweiten Teil
meiner Diplomarbeit lösen soll. Aber: "Never give up, never
surrender". (Zitat aus dem Film Galaxy Quest) Irgendwie werde ich
das schon noch hindeichseln.
Letztes Wochenende stand wieder einmal die
Ilha do Mel auf dem
Programm. Und obwohl, oder gerade weil es in Curitiba wieder einmal
mehr nur regnete, machten wir uns mit besten Wünschen unserer
Freunde auf den Weg, um uns dort eine ordentliche Erkältung
zuzuziehen. HA - aber den Wünschen kamen wir natürlich nicht nach,
denn auf der Ilha war bestes Wetter und wir holten uns daher auch
keine Erkältung. Die zu Hause gebliebenen waren einfach nur neidisch
auf unseren Kurzurlaub und ließen uns aus diesem Grund solch nette
Worte zu teil. Jedenfalls waren wir dieses mal zu dritt unterwegs.
Sergio, KATJA und natürlich meiner einer. Katja ist eine Freundin
aus Deutschland, die nun nach ihrem erfolgreich abgeschlossenen BA
Studium eine lange Amerika-Reise macht. Und nachdem die USA bereits
hinter ihr liegen, treibt sie nun zunächst hier in Brasilien ihr
Unwesen. Später darf auch Argentinien die Blondine kennen lernen.
Freitag Morgen machten wir uns in rekordverdächtigem Fußmarschtempo
auf zum Busbahnhof. Dort erwartete uns dann auch sogleich ein Bus
voller Insassen. Hatte den Anschein, als wären wir die letzten
Fahrgäste gewesen. Es stieg nach uns, glaub ich, niemand mehr ein
und der Bus fuhr, soweit ich mich erinnere, auch gleich los... :o)
Nachdem die Pousadinha leider ausgebucht war, mieteten wir uns
dieses mal in der "Recanto
Tropical" ein. Und wir sahen, dass es gut war. Denn als
da waren die schönen Bettdecken, der Frischluft spendende Ventilator
und eine Niagara-Waterfalls-Toilettenspülung (vergleichbar mit einer
Al Bundy Furgison Spülung) wussten wir: "das haben die Brasilianer
jemals für uns getan!" (Original aus: Das Leben des Brian -- "was
haben die Römer jemals für uns getan?") Über das Wochenende selbst
bleibt eigentlich nur so viel zu sagen: es war entspannend und
erholsam, wie wir es uns eben in Deutschland immer so träumen, wenn
wir an Brasilienurlaub denken. Nur muss ich leider auch gestehen,
dass ich an diesem Wochenende auch in die Riege der
Beckenrandschwimmer aufgestiegen war. Denn, obwohl ich wieder einmal
mehr, mein ganzes Kitesurf-Equipment mitgenommen hatte, traute ich
mich am Samstag den ganzen Mittag nicht einmal hinaus aufs Wasser.
Aber bei 5 1/2 Windstärken wären 8,5 m2 Kite doch etwas zu viel für
meine Körpermasse gewesen. Egon berichtete jedenfalls, dass er mit 5
m2 noch um 19 Uhr Abends beinahe einen kompletten Frontloop
gesprungen hätte. Dann werd ich mich nun eben doch endlich einmal
mit den Windsurfern aus Curitiba auf den Weg machen müssen, um in
Ibiraquera meine nächsten Kite-Versuche zu machen. |
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